Kinder blockieren Autobahn – A100 steht wieder still

Berlin, 24.06.2022 8:00 Uhr – Zum dritten Mal diese Woche blockierten die B├╝rger:innen der Letzten Generation an mehreren Stellen den Verkehr der A100. Heute sitzen auch zwei Kinder mit auf der Autobahn: Simeon (12) und Rebekka (15). Sie st├Âren aktiv den Alltag. Denn sie haben erkannt, dass ihnen eine schreckliche Zukunft bevorsteht, wenn die Regierung ihren aktuellen Kurs in Richtung Klimakollaps beibeh├Ąlt.

Vier Menschen blockieren mit Bannern und Warnwesten nebeneinander sitzend die Stra├če. Die mittleren beiden sind Kinder.
24.06.2022 - Rebekka und Simeon blockieren mit anderen B├╝rger:innen die Stra├če

Simeon geht in die sechste Klasse. Warum er sich heute auf die Stra├če gesetzt hat erkl├Ąrt er in einem emotionalen Appell an die Regierung: ÔÇťIch werde mich auf die Stra├če setzen und den Alltag st├Âren, weil ich Angst hab, dass meine Zukunft und die Zukunft aller Kinder richtig schlimm werden wird. Ich habe Angst davor, dass die Erwachsenen, zum Beispiel der Kanzler, der eigentlich gerade alles tun m├╝sste, um meine Zukunft zu sch├╝tzen, gar nicht richtig versteht, wie schlimm die Klimakatastrophe eigentlich ist, und deshalb nicht tut, was notwendig ist.ÔÇŁ

Simeon
Simeon

Und weiter: ÔÇťEigentlich m├╝sste die ganze Welt sich gerade ├Ąndern, aber obwohl Krieg ist, obwohl es schlecht f├╝r die Umwelt ist, verbrennen und suchen wir immer noch weiter ├ľl. Ich werde mich also auf die Stra├če setzen und st├Âren, um die Regierenden daran zu erinnern, dass sie die Verantwortung f├╝r die Zukunft der Kinder tragen.ÔÇť

Auch Rebekka, die neben ihm sitzt, hat schon l├Ąnger verstanden, welche Bedrohung die Klimakatastrophe f├╝r ihre eigene Zukunft ist: ÔÇťIch war bei Fridays for Future, ich hab Petitionen unterzeichnet, aber das alles hat eine viel zu geringe Ver├Ąnderung mit sich gef├╝hrt. Das hei├čt ich hab keine andere Wahl, als jetzt auf die Stra├če zu gehen und aktiv zu st├Âren, um einfach diese Ver├Ąnderung zu bewirken, die wir alle sehr dringend brauchen.ÔÇŁ

Portrait von Ernst H├Ârmann
Ernst H├Ârmann

Ernst H├Ârmann (73) ist heute mit den beiden auf der Stra├če. Der achtfache Gro├čvater scheint den Tr├Ąnen nahe: ÔÇťDiese Kinder sprechen aus was wir Erwachsenen insgeheim alle schon lange wissen, aber nicht wahrhaben wollen. Die Klimakatastrophe wird uns unvorstellbares Leid bringen und zerst├Ârt das Leben unserer Kinder. Als Eltern und Gro├čeltern haben wir jetzt die Pflicht absolut alles, was in unsere Macht steht, zu tun, damit das nicht so kommt. Und trotzdem ist unsere Regierung noch nicht einmal dazu bereit, ein Tempolimit einzuf├╝hren.ÔÇŁ

Die B├╝rgerinnen und B├╝rger der Letzten Generation erwarten von Bundeskanzler Olaf Scholz, dass er das Leben unserer Kinder sch├╝tz. Sie fordern den Kanzler auf, eine Erkl├Ąrung abzugeben, dass es keine ├ľlbohrungen in der Nordsee geben wird. ├ľl sparen statt bohren ist jetzt angebracht. Sozial gerechte M├Âglichkeiten daf├╝r sind kostenloser ├Âffentlicher Nahverkehr und ein Tempolimit.

Pressekontakt
Carla Hinrichs
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